Geschäftsleitungsnachfolge in Nonprofit-Organisationen
Der strategischen Bedeutung von systematisch durchdachten und vollzogenen Nachfolgeprozessen in der Geschäftsleitung wird von den ehrenamtlichen Gremien oftmals noch zu wenig Rechnung getragen.
Chancen und Risiken eines Wechsels in der Geschäftsführung für die organisationale Entwicklung werden in den strategischen Organen von NPO oft kaum reflektiert. Dabei lassen sich solche Übergangsprozesse variantenreich ausgestalten, wie eine Typologie der Nachfolgeprozesse zeigt. Sie unterscheidet zwischen geplanter Kontinuität, kritischer Reflexion, Blindflug und Improvisation. In der Organisationspraxis ist die Vorbereitung oft unzureichend und beschränkt sich in den meisten Fällen auf ein Dokument in Form einer Checkliste zum Rekrutierungsverfahren. Das zeigt auch eine Studie bei 15 Schweizer Organisationen aus dem Sommer 2023. Die Verantwortung für die Nachfolgeregelung wird nicht selten an das Hauptamt oder an eine externe Beratung übertragen. Nur ein Teil der NPO nutzt einen Nachfolgeprozess auch zu einer strategischen Standortbestimmung. In der Prozessgestaltung hat Schnelligkeit Vorrang gegenüber einer grundsätzlichen Klärung.
Markus GMür und Claudio Deragisch