Wohnbaugenossenschaften in der Schweiz
Professionalisierung im Management im Vergleich der Jahre 2004 und 2024
Der genossenschaftliche Wohnungsbau positioniert sich im Selbstverständnis nicht nur durch ein tiefes Mietpreisniveau sondern auch durch eine innovative, menschengerechte Architektur sowie ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Gemeinnützige Wohnbauträger sind als Nonprofit-Organisationen aber auch ein wichtiger Pfeiler des sogenannten Dritten Sektors der privaten, zivilgesellschaftlichen Organisationen. Sie werden meist im Milizsystem geführt und unterliegen einer demokratischen Kontrolle. Die Ansprüche an die Führung von Wohnbaugenossenschaften haben sich in den letzten Jahr-zehnten stark verändert, sei es in Bezug auf gesellschaftliche oder regulatorische Anforderungen, sei es wegen der gestiegenen Ansprüche der eigenen Mitglieder an die Führungsorgane. Zudem wurden viele ältere Genossenschaften reaktiviert, wachsen wieder und erneuern ihren Bestand. Das alles führte dazu, dass sich die Führung der Genossenschaften professionalisieren musste.
In einem Forschungsbericht aus dem Jahr 2026 werden die Ergebnisse einer Befragung von 278 Schweizer Wohnbaugenossenschaften über Gemeinnützigkeitsanspruch, Leistungsumfang, Leitungsstruktur, Hauptamtliches Management, formalisierte Managementinstrumente, Mobilisierung und Beteiligung der Mitgliederbasis, Wachstumsorientierung und aktuelle Herausforderungen präsentiert. Im Vergleich zu den Befunden einer Vorgängerbefragung aus dem Jahr 2004 zeigt sich eine Professionalisierungsentwicklung, die durch eine Verlagerung der Managementverantwortung von ehrenamtlichen Vorstandsressorts zu hauptamtlichen Geschäftsstellen und Fachkommissionen, einer Standardisierung der Vorstandsgrößen, einer fortschreitenden Formalisierung von Managementinstrumenten, eine vermehrte Übertragung der Revision an externe Treuhandfirmen und eine zunehmende Wachstumsorientierung gekennzeichnet ist.
Die Studie wurde finanziell unterstützt von der Stiftung Solidaritätsfonds des Verbands Wohnbaugenossenschaften Schweiz, der Baugenossenschaft Zürich, Habitat8000 AG und Logis Suisse AG.
Den Forschungsbericht können Sie hierherunterladen.
Prof. Dr. Markus Gmür
Direktor VMI & Lehrstuhlinhaber für NPO-Management