Philipp forscht an der Copenhagen Business School: Wenn die Mission Teil der eigenen Identität wird
Gerade in Nonprofit-Organisationen und Sozialunternehmen engagieren sich Menschen häufig aus tiefer persönlicher Überzeugung. Sie identifizieren sich mit den Werten und Zielen ihrer Organisation und setzen sich mit grosser Leidenschaft für deren Mission ein. Doch kann diese starke Verbundenheit auch problematisch werden?
Mit dieser Frage beschäftigt sich Philipp im Rahmen seiner aktuellen Forschung zum Konzept Identity-Mission Enmeshment (IME). IME beschreibt eine übermässig enge Verflechtung zwischen der persönlichen Identität eines Menschen und der Mission seiner Organisation. Die Mission wird dabei nicht nur zu einem wichtigen beruflichen Ziel, sondern zunehmend Teil des eigenen Selbstverständnisses. Sie gewinnt an emotionaler Bedeutung, beeinflusst die persönliche Selbstbewertung und lässt sich immer schwerer von der eigenen Person trennen.
Besonders interessant sind die möglichen Auswirkungen auf die Organisation. Eine starke Identifikation mit der Mission kann Motivation, Engagement und Verantwortungsbewusstsein fördern. Wird die Verbindung zwischen persönlicher Identität und organisationaler Mission jedoch zu eng, könnten auch Herausforderungen entstehen. Beispielsweise könnte es Führungskräften schwerer fallen, notwendige strategische Veränderungen vorzunehmen, Kompromisse einzugehen, kritische Rückmeldungen anzunehmen oder Verantwortung abzugeben.
Die zentrale Forschungsfrage lautet deshalb: Unter welchen Bedingungen wird die starke Verbundenheit mit der organisationalen Mission zu einer Stärke für die Organisation und wann kann sie deren Handlungsfähigkeit beeinträchtigen?
Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen, führt Philipp qualitative Interviews mit Social Entrepreneurs in Dänemark durch. Dabei untersucht er, wie sich die Beziehung zwischen persönlicher Identität und organisationaler Mission entwickelt, wie sie sich im Führungsalltag zeigt und welche Konsequenzen sie für organisationale Entscheidungen und Prozesse haben kann.
Er entwickelt derzeit ein Workshopformat für Führungskräfte in Nonprofit-Organisationen. Interessierte Personen oder Organisationen können sich direkt bei ihm melden: philipp.erpf@vmi.ch.
Neben dem wissenschaftlichen Austausch bietet Kopenhagen auch abseits der Hochschule zahlreiche Eindrücke. Besonders begeistert ist Philipp von der Architektur der Stadt und ihrer vielfältigen kulinarischen Szene. So verbindet der Forschungsaufenthalt neue wissenschaftliche Perspektiven mit der Entdeckung einer faszinierenden Stadt.
Weitere Informationen zum Department of Management, Society and Communication der Copenhagen Business School.