NPO-COLLOQUIUM 2018 IN Freiburg/CH

 

CALL FOR PAPERS

Brauchen wir noch einen Dritten Sektor?

Und wenn ja: Wie soll er aussehen?

 

13. Internationales NPO-Forschungscolloquium

am 19.-20. April 2018 an der Universität Freiburg (Schweiz)

 

Die Verbreitung von Organisationen des Dritten Sektors wird traditionell als Indikator für Markt- oder Staatsversagen interpretiert: Wo Märkte und Privatunternehmen als wenig vertrauenswürdig gelten und hohe Transaktionskosten oder unerwünschte Nebeneffekte erzeugen, sind NPO hochangesehen. Wo staatliche Institutionen dringend benötigte Leistungen nicht erbringen, weil diese gerade in Zeiten knapper Kassen nicht mehrheitsfähig sind, sind die NPO ebenso willkommen.

Aber wie ist der Dritte Sektor zu legitimieren, wenn

  • Nonprofit-Organisationen selbst gesellschaftlich unerwünschte Nebeneffekte erzeugen (z.B. Korruption im Sport, Kindesmissbrauch in Betreuungsinstitutionen)?
  • Leistungs- und Transparenzerwartungen und vorgeschriebene Qualitätsstandards z.B. in Gesundheits- oder Bildungsinstitutionen so stark eingreifen, dass For-Profit- und Nonprofit-Organisatio­nen nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind?
  • spätmoderne Staatswesen so plural und föderal werden, dass sich für jedes Minderheitenanliegen irgendwo eine politische Unterstützung mobilisieren lässt?
  • politische Entscheidungsträger unter den Bedingungen von Ausgabenbremsen zunehmend den Markt als attraktiven Erneuerungsmotor mit unterdurchschnittlichem Ressourcenbedarf entdecken und gegen die traditionellen Versorgungsstrukturen des Dritten Sektors ausspielen?
  • kreative Unternehmer die sich bietenden Kombinationsmöglichkeiten von eigennützigem Gewinn und gemeinnützigem Effekt entdecken und immer wieder neue sozial innovative Dienstleistungen anbieten?

Das sind nur wenige Beispiele für Entwicklungen, die sich gegenwärtig beobachten lassen, und die eine oder andere mag vielleicht überzeichnet erscheinen. Sicher gibt es aber bereits genügend Anlass, sich grundlegend mit der gegenwärtigen Stellung und zukünftigen Perspektiven des Dritten Sektors auseinanderzusetzen. Denkbar sind dabei folgende Aspekte:

  • Die gesellschaftliche Legitimierung von NPO im Wandel
  • Grenzverschiebung zwischen den Sektoren (Staat, Markt und Dritter Sektor)
  • Neue Kooperationsmodelle an der Schnittstelle zwischen Staat und Drittem Sektor
  • Kooperationen zwischen Wirtschaftsunternehmen und NPO in der Realisierung von Corporate Philanthropy-Anstrengungen
  • Anpassungs- und Alleinstellungsstrategien von NPO
  • Mitgliedermobilisierung unter der Bedingung zunehmender Individualisierung
  • Sozialunternehmertum und Hybridisierung
  • Genossenschaften als Rechtsform für modernes Sozialunternehmertum
  • Social Bonds und andere Modelle der leistungsabhängigen NPO-Finanzierung

Darüber hinaus können für das Colloquium aber wie gewohnt auch freie Themen eingereicht werden.

 

Wir laden Sie ein, nach Freiburg in die Schweiz zu kommen!

Das NPO-Forschungscolloquium richtet sich an das gesamte wissenschaftliche Forum, das sich mit den Problemstellungen von Nonprofit-Organisationen auseinandersetzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jeden Alters und Ranges, aber auch wissenschaftsinteressierte Praktiker sind eingeladen, ihre Forschungsarbeiten und wissenschaftlich basierten Erfahrungsberichte im Rahmen des NPO-Colloquiums zu präsentieren.

Wir verstehen das Internationale NPO-Forschungscolloquium als eine interdisziplinär ausgerichtete Tagung. Wir laden daher Vertreter der Politikwissenschaft, der Soziologie, der Volks- und der Betriebswirtschaftslehre sowie weiterer Sozialwissenschaften zum Colloquium ein.

Bitte senden Sie Ihr Exposé mit einem Umfang von 2-3 Textseiten in elektronischer Form (als Word- oder PDF-Datei) bis spätestens 15. November 2017 an die folgende Adresse: npo-colloquium2018@vmi.ch

Vorträge können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden.

Die Auswahl der Vorträge erfolgt in einem Peer-Review-Verfahren. Eine Benachrichtigung über die Annahme Ihres Vortrags erhalten Sie bis zum 15. Dezember 2017.

Die schriftlichen Langfassungen der zum Vortrag angenommenen Beiträge rund um das Tagungsthema werden in einem Sammelband in der Forschungsreihe des VMI publiziert. Jeder Autor/jede Autorin erhält ein Exemplar des Sammelbands, der im November 2018 erscheinen wird. 

Mit den besten Grüssen im Namen aller Veranstalter


Markus Gmür