Projekte Auftragsforschung 2013

 

 

 

physioswiss

Viele Vorstände von NPO verfügen über eine klare Vision, in welche Richtung sich ihre Institution weiterentwickeln soll. Arbeitet ein Vorstand über Jahre hinweg selber operativ bei der Realisierung dieser Vision mit, droht mit der Zeit die Gefahr, als strategisches Organ die notwendige Distanz zum Tagesgeschäft und damit die übergeordnete Sichtweise der strategischen Verbandsentwicklung zu verlieren. Im Rahmen eines Seminars an der Universität Freiburg/CH wurde von drei Gruppen von Studierenden die aktuelle Situation von physioswiss analysiert sowie Anregungen erarbeitet, wie sich die Vision des Verbandes noch wirkungsvoller umsetzen lässt. Die Resultate der drei Projekte wurden im Rahmen einer Schlusspräsentation einer Delegation bestehend aus Vorstand und Geschäftsleitung präsentiert und mit dieser diskutiert. Das Projekt zeigte einmal mehr sehr schön, wie Sichtweisen von sehr unterschiedlichen Personen, auch ohne unmittelbaren Bezug zum Thema, auf ein und denselben Sachverhalt zu einem umfassenden, differenzierten Gesamtbild einer Institution führen.

 

 

 

Römisch-katholische Kirche im Kanton Luzern

Kaum eine Institution verfügt durch ihre duale Struktur über eine führungsmässig anspruchsvollere Organisation als die katholische Kirche. Auf der kanonischen Seite besteht eine hierarchisch geprägte Top-down Führung, auf der staatkirchenrechtlichen Seite eine eher durch Demokratie geprägte Organisationsform. Die eine Seite besitzt die Mission und prägt entsprechend die Aktivitäten der Institution, die andere Seite verwaltet und verfügt über die dazu notwendigen Ressourcen. Ohne eine optimale Koordination parallelisiert sich das System, es kommt zur gegenseitigen Blockade. Im Rahmen eines Projektes wurde auf Stufe Kantonalkirche analysiert, nach welchen Prinzipien solch duale Strukturen auszugestalten sind, damit ein Interessensabgleich in nützlicher Frist stattfinden kann und damit die Organisation jederzeit agil bleibt.

 

 

 

Touring Club der Schweiz (TCS)

Föderalistisch organisierte Organisationen wie der TCS zeichnen sich aus durch eine hohe Autonomie der Sektionen. Als rechtlich eigenständige Vereine entscheiden diese nach eigenem Ermessen, wie sie die gemeinsame Vision der Gesamtorganisation umsetzen wollen. Entsprechend unterschiedlich fallen die Leistungen aus, welche eine Sektion ihren Mitgliedern anbietet. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurde untersucht, wie unterschiedlich die einzelnen Sektionen als regionale Verankerung des TCS ihre Rolle tatsächlich interpretieren und wie sie ihre zur Verfügung stehenden Mittel dabei einsetzen: zur Bereitstellung von Individualleistungen, Clubleistungen oder im Sinne gesellschaftlich übergeordneter Interessen wie der Verkehrssicherheit. Insbesondere geklärt wurde, ob ein bestimmter Leistungsmix einen positiven Einfluss auf den Erfolg einer Sektion hat, neue Mitglieder zu gewinnen respektive bestehende Mitglieder an die Organisation zu binden.

 

 

 

Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA)

Berufsregister sind Leistungen, die viele Verbände ihren Mitgliedern seit Jahrzenten anbieten. Mit der Einführung des Bologna-Systems haben sich die Rahmenbedingungen für diese Register grundlegend verändert. Die gegenseitige Anerkennung von Bildungsleistungen und Berufsabschlüssen vereinfacht die Mobilität der Studierenden sowie der Berufsleute innerhalb Europa. Staatliche Stellen sind dabei verantwortlich, die Äquivalenz der Abschlüsse an den verschiedenen Bildungsinstitutionen zu beurteilen. Im Rahmen eines Projekts wurde überprüft, inwiefern es unter diesen neuen Begebenheiten grundsätzlich noch Sinn macht, eine Leistung wie die eines Berufsregisters weiterzuführen. Gleichzeitig wurden auch Optionen erarbeitet, wie ein Berufsregister weiterentwickelt und mit neuen Funktionalitäten angereichert werden kann.

 

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